Behindertenpolitik eine Querschnittsmaterie

Foto: SPÖ OÖ
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Am Freitag letzte Woche ließ also Sebastian Kurz die Katze aus dem Sack. Kira Grünberg wird seine Spitzenkandidatin in Tirol und soll den bisherigen Behindertensprecher Franz-Josef Huainigg ablösen. Warum das für mich nicht funktionieren kann und was Behindertenpolitik für mich bedeutet? 

 

Mag sein, dass Kira eine sehr positive Einstellung hat, mag sein, dass sie in der Zeit in der sie nun mit ihrer Behinderung lebt viel dazugelernt hat, dennoch überwiegt für mich der Beigeschmack der Vorzeige-Rollstuhlfahrerin die Stimmen durch Mitleid bringen soll. Ich werfe Kurz vor, dass er mit ihr weiter auf Stimmenfang gehen wird und die eigentlichen Entscheidungen auch im Bereich der Behindertenpolitik von oben durch Kira ausgerichtet werden sollen. Eine blonde, junge, noch immer sportliche Frau zieht mehr als ein Mensch der ein Beatmungsgerät braucht? Klar! Ob Huainigg freiwillig zurücktrat oder nicht, ist für mich dahingestellt. Dass er über die Parteigrenzen hinweg beliebt war und viele Errungenschaften für Menschen mit Behinderungen in Österreich erreichte, das ist sicher. Gemeinsam mit Helene Jamer und Ulrike Königsberg-Ludwig stellte er in den letzten Perioden das ideale Team wie ich finde! Selbsterfahrung, Fachwissen und ein gutes Team. Das muss es sein und nicht gutes aussehen. Frau Grünberg hat ihre Behinderung bei einem Sportunfall, der meines Wissens nach als Arbeitsunfall beim Leistungsheer angerechnet wurde erworben. Sie hat also keine Erfahrungen im Bereich eines Schulssystems in dem die Sonderschule im Jahr 2017 noch immer keine Geschichte ist und die ÖVP massiv für den Erhalt eintritt noch hat sie wirkliche Problem was die Zuerkennung von Leistungen betrifft.

 

Weiters hat sie keine Parteierfahrung und wird meiner Meinung nach sehr schnell erfahren was es heißt von oben herab diktiert zu werden, ist ja nicht wenigen PolitikerInnen in der ÖVP so ergangen. Doch schließen wir das Kapitel ÖVP und Behindertenpolitik ab. 

 

Was bedeutet Behindertenpolitik für mich. Meines Erachtens nach eine Querschnittsmaterie die alle Bereiche des Lebens durchziehen muss, warum? Menschen mit Behinderungen sind Menschen wie alle anderen auch. Also ist Sozial- Gesundheits- Verkehrs- Bildungspolitik und so weiter auch Behindertenpolitik. Mein Ziel ist es, dass alle diese Bereich Menschen mit Behinderungen mitdenken, aber nicht mitmeinen. Menschen mit Behinderungen haben keine besonderen Bedürfnissen, sie sollten das Recht haben am täglichen Leben teilnehmen zu können oder sagen wir wie jeder andere Mensch auch ein Teil davon zu sein. Das kann nur funktionieren wenn Maßnahmen gesetzt werden, dass die benötigte Pflege richtig finanziert wird und nicht von Kürzungen die Rede ist, Einführung eines Pflegefonds (Sozialpolitik).

 

Weiters ist es notwendig genügend Arztpraxen zu haben die barrierefrei zugänglich sind, Gebärdensprachdolmetsch anbieten können wenn dies notwendig ist, richtige Untersuchungsmittel haben die für alle zugänglich sind. Spezialisierte Praxen für Menschen mit Mehrfachbehinderungen wo es keine Frage ist ob man zB. zahnärztliche behandelt wird oder nicht. (Gesundheitspolitik)

Stichwort Verkehrspolitik: Maßnahmen zur Zugänglichkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln, Bonisysteme bei der "Unzumutbarkeit der Benutzung von öffentlichen Verkehrsmittel", was die Nutzung des Autos betrifft, einführen und bereits vorhandene Regelungen beibehalten. Vergünstigungen für die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln verhandeln und beibehalten usw. 

 

Was die Bildungspolitik betrifft so ist es wichtig, dass wir Formen finden die die Sonderschule ersetzen oder inkludieren. Inklusion muss jetzt möglich sein. Niemanden darf das reguläre Schulsystem verwehrt werden. Adaptionen für Prüfungen usw. müssen zugelassen werden, das weiterhin. Das separieren von einzelnen Gruppen muss endlich Geschichte sein. Doch diejenigen die speziellere Formen benötigen, denen soll es möglich gemacht werden Unterstützung zu erhalten, aber nicht abseits der regulärbeschulten Kinder und Kolleginnen. 

 

Es müssen Wohnformen für alle gefunden werden, Rückschritte in Wohngröße etc. dürfen nicht gemacht werden. Wartelisten müssen endlich abgebaut werden. Ja, auch das ist Sozialpolitik. 

 

Ich könnte jetzt noch viel mehr nennen. 

 

Meiner Meinung führt nichts an einer Besteuerung von Vermögen vorbei. Wir reden dabei nicht von mittelständischen Vermögensgrößen. Aber die Reichen dürfen nicht immer reicher werden und die die Unterstützung brauchen immer mehr alleine dastehen.  Die Politik von einem Herrn Kurz führt aber dorthin. Ja, da holt man sich eben einen Sponsor von KTM, das löst aber keine Probleme der Bevölkerung. Das hilft nur seiner Wahlbewegung die ihn zum Star kürt ohne so denke ich zu sehen, dass es um #ihn, #ihn, #ihn geht. Das wird auch Frau Grünberg noch merken....

 

Im Plan A von Christian Kern und ich bin nach wie vor nicht unkritisch was das Handeln und Tun der SPÖ betrifft, sind diese Bereiche alle angesprochen, spezielle Forderungen für Menschen mit Behinderungen wurden eingearbeitet gemeinsam mit Betroffenen. Nur mit Christian Kern können wir erreichen, dass Behindertenpolitik zur Chefsache gemacht wird. 

 

Ich unterstütze Christian Kern um Österreich noch lebenswerter zu machen für ALLE ! 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Erich pammer (Dienstag, 01 August 2017 21:24)

    Ist dir eigentlich aufgefallen, dass unter den genannten Behindertensprecherinnen und sozialistischen Bildungsministerinnen die Stunden fuer Kinder mit SPF brutal um 40% gekuerzt wurden und auch heuer wieder gekuerzt werden? Das Ganze in trauter Eintracht mit der ehemaligen VP. Nicht viel besser schaut es in anderen Bereichen, wohnung, arbeit etc. aus. Das Gerede von Querschnittsmaterie usw. Ist hohles Gewaesch, vor allem jetyt vor der Wahl. Herr kern soll sagen, wie wir im Herbst weiterwursteln sollen, wo viele behinderte Kinder null Foerderung mehr haben. Warum hebt er die Deckelung der Ressourcen, die es nur hier gibt nicht auf?

  • #2

    Admin (Mittwoch, 02 August 2017 08:08)

    Erich Prammer, ja es stimmt, dass es zu Kürzungen in vielen Bereichen kam. Ja, es stimmt, dass wir in vielen Bereichen noch großen Aufholbedarf haben und Lösungen finden müssen. Ja, es stimmt, dass zum Beispiel die Wartelisten nicht unbedingt kürzer werden! Aber von mir kann ich Ihnen versichern, dass es keine leeren Versprechungen sein werden, ob das in Zukunft in irgendeiner Form Gewicht haben wir kann ich Ihnen nicht sagen oder versprechen, aber zumindest in der SPÖ als Partei werde ich weiter-.mitarbeiten und keine Ruhe geben !